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15. Welche Rolle spielt eigentlich der Darm?

Das ist ein so faszinierender Punkt. Den möchte ich dir nicht vorenthalten. Wenn du das gelesen hast, ist das spätestens der Grund deine Gesundheit umzustellen.

Das Thema versuche ich jetzt hier mal ganz kurz zusammenzufassen.

 

Der Darm als wichtiger Teil des Immunsystems

 

Im Darm selbst existiert ein ausgeklügeltes System, das zwischen Gut und Böse unterscheiden kann. Schadstoffe und Krankheitserreger aus der Nahrung werden unschädlich gemacht. Die harmlosen und nützlichen körpereigenen Bakterien werden hingegen verschont.

 

Die Darmschleimhaut selbst bildet ein Schutzschild, denn der Darm bildet durch seine Oberfläche die größte Kontaktfläche zur Außenwelt.

Unter der Schleimhaut liegen verschiedene Zelltypen mit diversen Aufgaben. So z.B.

·      die Produktion antibakterieller Stoffe gegen gefährliche Bakterien

·      die Aufnahme von Krankheitserregern und der Transport zu Abwehrzellen

·      stellen auch selbst große Mengen Abwehrzellen her, wenn diese benötigt, werden

 

Die körpereigenen Bakterien im Dickdarm helfen ebenso mit. Früher bekannt unter Darmflora, richtig heißt es aber „Mikrobiota“.

Die körpereigenen Darmbakterien konkurrieren mit fremden Bakterien, um Nahrung und Stellen zum Andocken. Im Idealfall verdrängen sie so ungewünschte Eindringlinge.

Sie produzieren außerdem auch selbst antibakterielle Stoffe und Säuren. Und unterstützen damit unsere Abwehr.

 

Die Mikrobiota oder auch Mikrobiom (Gesamtheit unserer Darmbakterien) sieht übrigens bei jedem Menschen anders aus. Wie unser individueller Fingerabdruck.

Das hat genetische Gründe, ist aber auch veränderbar.

Und zwar durch Ernährung, Bewegung und Stress.

Kurzum durch unseren Lebensstil. Ein weiterer wichtiger Grund sich diesem anzunehmen.

Du musst hier übrigens keinen Hexentanz veranstalten. Eine gesunde Mischkost ist schon ein sehr guter Weg.

 

Darm und Gehirn

 

Jetzt wird es sehr spannend. Unser Gefühl wird nicht nur vom Kopf beeinflusst. Dieses Thema wird weiterhin erforscht. Dennoch finden sich schon zahlreiche Belege dafür, dass die Darmzellen und Gehirnzellen ganz eng zusammenwirken. Es ist also gar nicht so abwegig: Das Bauchgefühl. Oder dass uns manch eine Entscheidung Kopfschmerzen bereitet.

Ungefähr 100 Billionen Darmbakterien nehmen Einfluss auf unsere Gemütslage und die Gesundheit unseres Nervensystems.

Das geschieht über die direkte Verbindung durch den Nervus vagus, als auch über die Botenstoffe die die Mikrobiota produziert.

Zukünftig werden vielleicht die Therapien von Depressionen, Stress und anderen psychischen Erkrankungen auch im Darm ansetzen?

 

Hier noch ein paar spannende Studienergebnisse:

 

Ist die Mikrobiota gestört, kann das Gehirn Schaden nehmen. Tötet man z.B. bei Mäusen mit starken Antibiotika sehr viele gute Darmbakterien ab vergessen die Tiere bereits Gelerntes.

Beim Menschen konnte ähnliches beobachtet werden: Depressive Personen oder Parkinson Erkrankte haben eine veränderte Mikrobiota als gesunde.

Bei Autismus treten bestimmte Darmkeime in besonders hoher Zahl auf. Menschliche Säuglinge, die mehrere Monate gute Darmbakterien erhielten, litten im Schulalter seltener unter ADHS.

Als Patienten mit Multipler Sklerose die Mikrobiota eines gesunden transplantiert wurde, gingen die Schübe und die Krankheitsaktivität zurück.

 

Wenn das mal keine Motivation ist, sich hingebungsvoll um den eigenen Körper zu kümmern.

Im Übrigen ist es auch wahrscheinlich, dass unsere gezüchteten Bakterienstämme im Darm auch unseren Appetit steuern. So z.B. die Vorliebe für Süßes oder Fleisch.

 

Genauso gibt es Studien dazu, dass der Darm maßgeblich unser Gewicht beeinflussen kann. Das hat man ebenfalls bei der Transplantation von Darmbakterien von einem zum anderen Menschen herausgefunden. (19)

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