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11. Betrachtung und Auswertung des Essprotokolls

Schau dir mal dein Essprotokoll an oder um beim Bild der Reise zu bleiben:

 

Was fällt dir auf? 

 

 

 

 

·      Warum isst du?

 

 

 

 

 

·      Was ist der häufigste Grund am Tag, warum du isst?

 

 

 

 

·      Was sind deine Auslöser?

 

 

 

 

 

Zu welchem Zweck isst du?

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Aus irgendeinem Grund macht es für dich Sinn zu essen. Deshalb sind hier Schuldzuweisungen oder ein schlechtes Gewissen völlig unsinnig. Darum geht es nie. Du bist nicht undiszipliniert oder machst etwas falsch. Ganz im Gegenteil. Dieses Essverhalten macht für dich Sinn und ist so für dich richtig. Sonst hättest du es dir nicht angewöhnt.

 

Dazu erst einmal ein kleiner Ausflug zu der Frage, was beeinflusst unser Essverhalten denn außerhalb des „natürlichen“ Hungers?

Ich gebe dir hier einen kleinen Einblick, der dir die Auswertung deines Ernährungsprotokolls erleichtern soll. Lies erst einmal und gehe dann noch einmal auf Seite 35 zurück, um eventuell Ergänzungen vorzunehmen bzw. dein Essprotokoll noch einmal mit diesem Wissen zu betrachten.

 

Äußere Reize

 

Der Anblick und Duft von Speisen und auch die Gewöhnung an 

bestimmte Produkte. Darauf spezialisiert sich z.B. die Lebensmittelindustrie.

Die Lebensmittelindustrie gibt sich bezüglich der Zusammensetzung und natürlich der ansprechenden Verpackung und Platzierung von Lebensmitteln alle Mühe unseren Appetit und die Abhängigkeit von bestimmten Lebensmitteln zu fördern. Die Tüte Chips, bei der man nicht mehr aufhören kann wurde z.B. sehr lange genauso entwickelt. Darin steckt sehr viel Arbeit.  Diesen Produkten zu widerstehen ist dann tatsächlich oftmals schwieriger.

Insbesondere wenn wir vielleicht schon von klein auf an diese Produkte gewöhnt sind. (Stichwort: Geschmacksprägung)

 

Rituale

 

Rituale beeinflussen enorm unser Essverhalten, auch uns das oftmals nicht auffällt.

Es geht oft um lieb gewonnene Rituale, die ich eigentlich auch durch etwas anderes ersetzen könnte, weil diese im Wesentlichen gar nichts mit essen zu tun haben? So z.B. der Nachmittagskaffe, das morgendliche Teilchen auf dem Arbeitsweg usw.

Rituale sind etwas Wundervolles. Ich bin dafür sehr viele Rituale einzuführen. Außerdem können bestehende Rituale auch wunderbar angepasst werden. Aber dazu später mehr.

 

 

 

Bedürfnisse

 

Es kann aber auch noch komplexer sein. Sollen durch das Essen andere Bedürfnisse gestillt werden?

Essen wird dann fälschlicherweise als Ersatzbefriedigung eingesetzt. Dies wird häufig bereits in der Kindheit gelernt. So z.B. durch das ständige Trösten, Belohnen oder Ablenken mit Süßigkeiten. Bitte jetzt kein schlechtes Gewissen. Es geht hierbei um „ständig“ und nicht ab und zu. Hier passt mein Beispiel, mir Energie geben zu wollen durch Essen, obwohl ich einfach Schlaf oder Ruhe benötigt hätte.

 

Kurzfristiges Wohlbefinden

 

Das attraktive und tückische am Essen, ist die dabei stattfindende Ausschüttung von Botenstoffen in unserem Gehirn, die uns kurzfristig Wohlbefinden schenken.

 

Jetzt aber mal zur guten und wichtigsten Nachricht bei alledem:

 

Störende erlernte Verhaltensweisen bzw. Gewohnheiten (auch die hartnäckigen) können grundsätzlich wieder verlernt und neu gelernt werden.

 

Allerdings häufig nicht über Nacht. Dann wären es ja auch keine Gewohnheiten.

Dazu braucht es Geduld. Ganz hartnäckige Gewohnheiten können in Einzelfällen plötzlich auch nach Jahren in einer außergewöhnlichen Situation noch mal auftauchen. Das stellt aber gar kein Problem dar. Denn Ernährung ist dynamisch und nie geradlinig. Es geht immer um das große Ganze.

 

Wo wir zu dem nächsten Punkt kommen, der unser Essverhalten und auch Gewicht maßgeblich beeinflussen kann und deshalb Erwähnung finden muss: Stress.

 

Kennst du das auch?

 

Nach einem stressigen Tag entspannen oder belohnen wir uns mit kalorienreichem Essen. Oder greifen tagsüber öfters zum Nervenvorrat.

 

Es gibt allerdings auch die Menschen, denen Stress buchstäblich auf den Magen schlägt und die dann kaum noch Essen können.

 

 

Grundsätzlich ist Stress erst einmal nicht negativ zu sehen. Er steigert unsere Leistungsfähigkeit, setzt Energie frei und kurbelt den Stoffwechsel an. Schädlich wird Stress, wenn die Belastung dauerhaft anhält und zu einer Überforderung führt. Dieser Zeitpunkt der Überlastung ist allerdings von Mensch zu Mensch recht unterschiedlich. Toleranter gegenüber Stress zu sein, ist zum Teil auch trainierbar.

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